Kurreisen und Flusskreuzfahrten






Heinrich Oestreicher, Geburtshaus in Freiamt-Brettental "Haus Dorfschmiede", hat als gelernter Schmied im Jahre 1925 in Ottoschwanden den Omnibusbetrieb eröffnet.Von verschiedener Seite wurde er gedrängt, doch eine Omnibuslinie nach Emmendingen aufzumachen. Vor allem war es Pfarrer Fünfgeld der ihn ermutigt hat, für die Bevölkerung und Arbeiter der Betriebe in Emmendingen eine Fahrgelegenheit zu schaffen.

Angefangen hat er mit einem 8 Sitzer Opel-Wagen, der dann aber gleich zu klein war, so daß er einen größeren gebrauchten anschaffen mußte und zwar den legendären "Wälderschreck", mit Vollgummi bereift, Kettenantrieb und Hintereinstieg.

In der Nähe der Bäckerei Hipp "bei's Krummholze" hat er die Wagen auf der Straße repariert, oft bis in die Nacht hinein, um am anderen Morgen die Ramiearbeiter zu fahren. Viel zu flicken gab es bei den Luftreifen durch die Hufnägel auf den Schotterstraßen und Federbrüche durch die Schlaglöcher.
Eine Shell-Tankstelle, die erste im Ort, wurde für eigene Fahrzeuge und zum Verkauf aufgestellt.

Nach der Inflation, im Jahre 1923, waren die Zeiten nicht rosig, trotzdem entschloss er sich im Jahre 1929/30 ein Wohn- und Betriebsgebäude, hier in der Hauptstraße Ottoschwanden zu bauen. Danach konnte er die Omnibusse in der Garage unterbringen und auch in der eigenen Werkstatt reparieren. Als Automechaniker hat er im Mai 1933 die Meisterprüfung als Kfz-Mechaniker abgelegt und die erste öffentliche Werkstatt eröffnet.

Ab 1930, nach dem Einzug in das neue Haus, hat seine Frau Luise geb. Scheer die Poststelle in Ottoschwanden übernommen. Von da an wurde auch die Postbeförderung mit dem Omnibus in einem speziellen Anhänger, auch für die Postagenturen Freiamt-Reichenbach und Sexau übernommen.

Bis zum Kriegsanfang 1939 wurden immer modernere Omnibusse angeschafft. Der letzte neugekaufte "Star" war ein "Opel Aero Karosserie" mit 3,6 Liter Benzinmotor. Dieser Bus ist dann 1945 beim Einmarsch der Franzosen in Stockach stehen geblieben.

Während der Kriegszeit, hauptsächlich 1940, wurden Omnibusbetriebe verpflichtet, am Westwall Arbeiter zu fahren. Wegen Betriebsstoff- schwierigkeiten gegen Ende des Krieges, wurden die Omnibusse auf Holzgasbetriebe umgestellt.
Es ist noch zu vermerken, dass die Deutsche Reichspost vor dem Krieg die private Linie nach Emmendingen übernehmen wollte, es aber nach Kriegsausbruch bis nach dem Krieg vertagte.

Nach dem Kriegsende 1945 war es zunächst nicht möglich, den Omnibusbetrieb wieder aufzunehmen. Erst 1946 konnte der regelmäßige Linienbetrieb, zuerst mit Holzgaswagen und dann mit Benzin- und Dieselwagen wieder aufgenommen werden. Nur mit Schwierigkeiten konnten Busaufbauten selbst hergestellt werden und meistens nur durch kompensieren der Materialien.

Nach der Währungsreform 1948 ging es dann wirtschaftlich wieder aufwärts. Neue Busse wurden angeschafft und zunehmend wieder, wie schon vor dem Krieg, im Reiseverkehr eingesetzt. Vor allem war die Schweiz das Reiseziel Nr. 1, die vom Krieg verschont blieb und sich den Fahrgästen blumen-geschmückt zeigte, wie es sonst noch nicht zu sehen war.
Bald wurden Ausflugsfahrten auch in die Nachbarländer Österreich, Elsaß, Frankreich, Italien u.s.w. durchgeführt.

1951 wurde die Firma in eine KG umgewandelt, Sohn Fritz wurde als Kommanditist aufgenommen. Im Juli 1960 verstarb der Firmengründer leider allzu früh, nach längerer Krankheit, im Alter von 61 Jahren. Danach hat seine Frau Luise zusammen mit Sohn Fritz in der KG den Betrieb bis zum Jahr 1969 weitergeführt.

1970 hat Sohn Fritz mit Frau Margarete geb. Schneider, nach dem Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses und einer neuen Garagenhalle, den Betrieb als Einzelunternehmen weiterbetrieben.
In der Zwischenzeit wurden anfänglich haupt- sächlich Mercedes-Busse angeschafft einschließlich Linienbus, dann Neoplan-Busse in allen Größen bis 54 Sitze, Kässbohrerbusse und dazwischen kleinere Busse wie Opel und Hanomag.

In den 60iger Jahren wurde ein Bus im Werkverkehr nach den Blessingwerken eingesetzt, auch wurde im Auftrag der Gemeinde die Schülerbeförderung im Ort aufgenommen.

Ende 1991 ging Senior-Chef Fritz Oestreicher 68 jährig in den Ruhestand und übergab den Betrieb seinem ältesten Sohn Heinrich. Er war schon ab Januar 1984 im Betrieb als KFZ Mechaniker und Omnibusfahrer, bis zur Betriebsübernahme 1992, beschäftigt.

Im Dezember 1993 hat die EDV auch bei uns Einzug gehalten. Es wurde ein EDV Programm für Busunternehmen angeschafft, mit dem man sich vor allem im Reiseverkehr und Mietwagenverkehr eine Verbesserung der Arbeitsabläufe versprach.

Im April 1994 wurde ein neuer Linienbus ein Kässbohrer 215 UL angeschafft. Er löste den in die Jahre gekommene "O 307" mit einer Laufleistung von fast 900.000 km ab.

Im Juni 1994 wurde die Schülerbeförderung im Ort Freiamt in einen Ortslinienverkehr umgewandelt.

Am 23.04.95 wurde ein Tag der offenen Tür anlässlich des 70 jährigen Bestehens der Firma veranstaltet. Es kamen viele interessierte Kunden, Freunde und Verwandte und bald musste außer der Garage auch im Hof Tische und Stühle gestellt werden.

Im September 1995 beschaffte man für die Ortslinie einen "Neoplan N 314 Ü" mit 11m Länge wegen den teils engen Straßenverhältnisse im Ort.

Die Jahre danach waren geprägt durch ein gutes Wachstum. Vor allem den eigen veranstalteten Reisen konnten immer mehr Reisegäste begrüßt werden. Viele sind heute treue Stammgäste geworden.

Die häufigsten Reiseziele: die neuen Bundesländer, Österreich und Italien. Auch bei den Vereinsfahrten ist der Trend zu längeren und weiteren Reisen zu verzeichnen. Viele Vereine möchten mit der Organisation nichts mehr zu tun haben, sodass Sie dies uns überlassen.

Anfang 1996 planten wir einen Anbau an das Wohnhaus, wobei ein Garagenplatz für unseren 29er Bus und weiterer Wohnraum geschaffen werden sollte. Nach ca. 1 jähriger Bauzeit, in der auch viel in Eigenleistung geschaffen wurde, konnten wir Ende November 1997 einziehen.

Am 12. und 13.04.1997 waren wir mit einem Stand bei der 1. Freiämter Leistungs-Verkaufsschau vertreten.

Auf dem Freigelände wurde unser im März neu erworbene "Neoplan Cityliner" präsentiert. Im Pavillon daneben wurden die Reiseangebote bei Kaffee und Kuchen offeriert.

Im März 1998 wurde noch ein "Neoplan Transliner Hochdecker" für den Reiseverkehr angeschafft. Unser kleiner "N208" 29-Sitzer Reisebus wurde wegen der viel zu geringen Motorleistung durch einen Neuen mit einer 260 PS starken MAN Maschine getauscht.

Im Jahr 2000 in dem unsere Firma 75 wird, wollen wir am 16.04.2000 das 75 jährige Jubiläum auf dem Betriebsgelände mit unseren Kunden und Geschäftsfreunden mit einem Jubiläumstag feiern.




Jubiläumstag am 16.04.2000

Am Morgen lachte die Sonne. Es war nicht gerade warm, aber es sah nach einem schönen Frühlingstag aus. Alle fleißigen Helfer bezogen Ihre Positionen und pünktlich um 10.00 Uhr trafen schon die ersten Gäste ein, die man mit einem Glas Sekt begrüßte.

Der Zubringer-Bus, der ab Emmendingen-Festplatz eingesetzt wurde, war bei seiner ersten Tour schon sehr gut besetzt, und bei der zweiten Tour voll besetzt.
Es kamen immer mehr Kunden, Geschäftspartner und Kollegen, die uns viele Glückwünsche und Präsente überreichten. Noch vor 12.00 Uhr war die Garage und das Zelt bis auf den letzten Platz besetzt und wir mussten noch Tische und Bänke aufstellen, um für alle Platz zu haben.

Die Helfer des Schützenvereins legten sich mächtig ins Zeug, damit jeder einen Jägerbraten oder ein Kassler zum Mittagessen bekam.

Von der Firma Neoplan wurde uns durch Herrn Steimle für die langjährige Zusammenarbeit gedankt und ein Starliner-Busmodell mit Aufschrift 75 Jahre Oestreicher Reisen überreicht.

Zwischendurch erfreuten die einzelnen Musik-u. Tanzgruppen die Gäste. Auch die Veteranen-Motorradausstellung die von den Veteranenfreunden mit zahlreichen alten Motorrädern zusammengestellt wurde, interessierte die Gäste sehr.

In einer kleinen Rede erzählte ich den Gästen den Werdegang der Firma von Anfang 1925 bis Heute und bedankte mich bei den treuen Kunden, der Familie und den Fahrern. Für 25-jährige Betriebszugehörigkeit konnte unseren Fahrer Adolf Willaredt eine Ehrung übergeben werden.

So fand das großartige Fest, zu dem fast 600 Gäste anwesend waren, gegen Abend seinen Ausklang.





Mitarbeiter mit einer Betriebszugehörigkeit von mehr als 10 Jahren:

Wilhelm Böcherer,
Schwager des Gründers, war ca. 40 Jahre bis zur Pensionierung im Betrieb.

Gottlieb Mellert,
war auch bis zur Pensionierung 38 Jahre im Betrieb.

Adolf Willaredt,
war bei seiner Pensionierung im Dezember 2003, über 28 Jahren für uns tätig.

Walter Willaredt,
15 Jahre.

Gottlieb Schneider,
Schwager des Seniors, 11 Jahre.



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